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In den Blogposts der zurückliegenden Wochen und Monate haben wir uns intensiv und ausführlich mit zentralen Audio-Themen beschäftigt, und das Feedback war zu unserer Freude sehr positiv. Etliche wünschten sich aber auch kürzere Texte oder Zusammenfassungen, zum schnellen Zwischendurchlesen, für vielbeschäftigte Radiomacher und Manager. Deshalb möchte ich dieses Mal – passend zum Sommer-Sonnen-Ferien-Monat August – ein knappes Resümee der vergangenen Posts und der aus meiner Sicht wichtigsten und dringendsten Themen rund um audiobasierte Geschäftsmodelle geben. Denn wer hat schon Lust, sich lang und breit mit Zukunftsfragen zu befassen, wenn jetzt und heute Chillen und Grillen angesagt sind.

Management Summary

  1. Die Audio-Zukunft ist digital. Zwar wird es noch sehr lange „klassisch“ ausgestrahlte Radioprogramme geben, weshalb ich auch langfristig an die Koexistenz von linearen und digitalen Audioangeboten glaube. Doch die Audiowerbung wird künftig wie Internetwerbung primär auf elektronischen Marktplätzen bzw. Online-Plattformen gehandelt werden, davon bin ich felsenfest überzeugt.

  2. Deshalb ist die digitale Transformation für Audiopublisher, insbesondere werbefinanzierte Privatradios, keine Kür, sondern aus meiner Sicht eine zwingende Notwendigkeit. Am besten sofort, um Arbeitsabläufe elektronisch zu optimieren und zusätzliche Umsatzpotenziale auszuschöpfen. Mittel- und langfristig, um technologisch überhaupt noch am digital organisierten Werbemarkt teilnehmen, im Wettbewerb bestehen und die Existenz des eigenen Unternehmens sichern zu können.

  3. Bei der digitalen Transformation in unserer Audio-Werbewelt geht es – technisch gesehen – um die Automatisierung und Digitalisierung des Werbeangebots, konkret sämtlicher Prozesse rund um die Vermarktung von Radio-Werbeinventaren sowie die elektronisch gesteuerte – weitgehend automatisierte – Durchführung von Werbekampagnen und sämtlicher damit verbundenen Verkaufsprozesse (Automated Audio Advertising). Im weiteren Sinn aber geht es um die zukunftssichere Transformation von Geschäftsmodellen.

  4. Niemand kann die digitale Transformation nebenbei bewältigen. Sie muss professionell geplant und durchgeführt werden. Als gemeinsames Projekt aller Beteiligten, mit ausreichend finanziellen, zeitlichen und personellen Ressourcen und bestenfalls einer auf Audio UND Digitalisierung spezialisierten professionellen Projektsteuerung.

  5. Werbekunden sind zunehmend an Regionalisierung, Targeting und dynamischen Werbeformaten interessiert (analog zur individuellen persönlichen Kundenansprache bei Facebook und Co). Möglich wird dies durch Data Driven Advertising als „Premium-Ausführung“ von Automated Audio Advertising. Die Technologie erlaubt auch im linearen Radio automatisch an aktuelle und regionale Daten angepasste Werbeschaltungen, etwa an Wetterbedingungen, Sportereignisse oder neueste Verbrauchertrends.

  6. Immer mehr Audio-Content – gleich ob Musik, Wortbeiträge oder Werbung, gleich ob linear und/oder digital verbreitet – erfordert zwangsläufig eine immer effizientere Produktion, Archivierung, Katalogisierung, Verteilung und Ausspielung des Contents in verschiedenen Kanälen (Stichwort Mehrfachnutzung!). Allein im Werbebereich steigt der zu produzierende und zu verwaltende Content durch Data Driven Campaigns enorm. Ein modernes, umfassendes, zuverlässiges, selbstverständlich digitales Contentmanagement-System ist deshalb unerlässlich. Im Optimalfall eines, mit dem zugleich auch die Produktion gesteuert werden kann.
     
  7. Fazit: Die digitale Transformation ist längst in vollem Gange! Und sie ist keine Gefahr, sondern aus unternehmerischer Sicht eine Riesen-Chance, die keiner verpassen sollte und nach meiner Überzeugung keiner verpassen darf, der den Erfolg seines Audiounternehmens auch in Zukunft garantieren will. 

Es gibt etablierte Geschäftsmodelle, es gibt die nationalen Vermarkter und den lokalen Vertrieb, der seine Kunden bestmöglich betreut. Das soll auch weiterhin so bleiben! Aber darüber hinaus empfehle ich Audio-Publishern dringend, ihr Werbeinventar schon jetzt so vielfältig wie möglich zu vermarkten und das noch ungenutzte Inventar mittels digitaler Transformation ebenfalls zu monetarisieren. Was heute eine betriebswirtschaftliche sinnvolle Ergänzung etablierter Vermarktungswege ist, wird in absehbarer Zukunft allerdings der Schlüssel zum digital aufgestellten Werbemarkt insgesamt werden. Und damit zur Existenzfrage für private Audio-Publisher! Also warum nicht gleich loslegen? Es gibt keinen Grund zu warten. Außer der verdiente Sommerurlaub, versteht sich.

Ihr Nico Aprile


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